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Planung einer neuen Kindertagesstätte

veröffentlicht am September 12th 2019 in Allgemein

Planung einer neuen Kindertagesstätte in der Donaustraße

Die Behindertenhilfe Norden betreibt in Norden, Am Moortief 12, eine integrative Kindertagesstätte mit 2 Gruppen. Diese Kindertagesstätte müssen wir leider zum 31.12.2020 räumen, da die Stadt Norden den diesbezüglichen Betreibervertrag kündigen musste, nachdem der Landkreis Aurich Ende 2018 den entsprechenden Mietvertag mit der Stadt Norden gekündigt hatte. Unser Kindergarten „Am Moortief“ arbeitet seit fast 30 Jahren integrativ und bringt gerade in diesem Bereich langjähriges Fachwissen mit. Ein wesentlicher Ansatz ist dabei die enge Begleitung der Familien (gerade auch von Kindern mit Förderbedarf), oft über viele Jahre. Diese Verbindlichkeit und Familienfreundlichkeit erhöht unsere Attraktivität bzw. macht unsere Attraktivität für viele aus.

Mit Hochdruck planen wir seit Jahresbeginn aus diesem Grund den Neubau einer Kindertagesstätte. Ein aus unserer Sicht und auch aus Sicht der Verwaltung der Stadt Norden geeignetes Grundstück haben wir gefunden. Es befindet sich in der Donaustraße in Norden-Tidofeld. Das Grundstück ist ca. 3.600 qm groß, wir gehen von Kaufkosten (inkl. Nebenkosten) in Höhe von knapp € 170.000,00 aus, die wir übernehmen würden. Die Verhandlungen mit der Verwaltung der Stadt Norden über das Vorhaben sind nun ins Stocken geraten, weil wir uns über die Gruppenkonstellation der geplanten Einrichtung nicht verständigen können. Die Stadt Norden verlangt von uns, dass wir eine integrative Kindergartengruppe abbauen, dies lehnen wir jedoch ab. (Auf Wunsch der Stadt Norden ist zusätzlich eine Krippengruppe vorgesehen, dies ist durchaus aber auch in unserem eigenen Interesse.)

Warum bestehen wir auf „2 + 1“ (2 Kindergarten- und 1 Krippengruppe)?

Unsere Wartelisten für die kommenden Jahre sind voll, sowohl für den Regelbereich, als auch die Liste für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Wir bieten mit unseren geschlossenen Gruppen eine Alternative zum offenen Konzept anderer integrativer Kitas in Norden. Aus diesem Grund melden viele Eltern ihre Kinder bei uns an (gerade die Kinder mit schwereren Beeinträchtigungen, die sich in den Kitas mit dem offenen Konzept nur schwer integrieren und zurechtfinden können).

Wir bieten aktuell laut Konzept bevorzugte Aufnahmen für Geschwisterkinder an, insbesondere auch für Geschwister von Kindern mit besonderem Förderbedarf, damit diese die Möglichkeit haben, einen alltäglichen Erfahrungsraum mit Kindern mit Behinderung außerhalb der eigenen Familie zu haben und auf diese Weise die Chancen in der Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Lebenssituation nutzen zu können. Bei einer Konstellation „1 + 1“ wäre die Kapazität für diese bevorzugten Aufnahmen nicht mehr gegeben.

Auch der verbindliche Wechsel von der kleinen geschlossenen Krippengruppe in eine unserer geschlossenen Kita-Gruppen ist ein wesentlicher Faktor für die Anmeldung in unseren Kitas. Eine „1 + 1-Variante“ würde bedeuten, dass wir nicht alle Krippenkinder nach der Krippenzeit weiterhin betreuen könnten, die Kapazitäten reichten dann nicht mehr aus (ca. 18 Krippenkinder müssten auf zwei Kindergarten-Gruppen verteilt werden – auf dann ca. 12-14 freie Plätze).

Die Behindertenhilfe Norden GmbH begleitet, betreut und berät Menschen mit Beeinträchtigungen und besonderem Förderbedarf und deren Familien von Kindheit an in allen Lebensbereichen und sieht sich hier in ganz besonderer Weise diesen Familien verpflichtet. Wie bereits angemerkt könnten wir bei einer Konstellation „1 + 1“ nicht alle Krippenkinder in die Kindergartengruppe übernehmen. Dies wird für die Eltern von Krippenkindern schon häufig ein Argument sein, sich für einen anderen Anbieter zu entscheiden, der diese Möglichkeit konkret in Aussicht stellen kann. Entsprechende Sorgen wurden uns bereits von Eltern von Krippenkindern aus der Emsstraße zugetragen.

Schon in der Vergangenheit hat es äußerst schwierige Verhandlungen mit der Stadt Norden über ausreichende Pauschalen für die Betriebsführung gegeben. Extrem schwierig waren immer wieder die diesbezüglichen Verhandlungen für unsere Kinderkrippengruppe in der Emsstraße. Bei einer Gruppenkonstellation von einer Krippengruppe und einer integrativen Gruppe in der Emsstraße und einer Krippengruppe und einer integrativen Gruppe in der Donausstraße sind wir uns fast sicher, keine ausreichenden Pauschalen verhandeln zu können.

Bei der Konstellation von zwei Kindergartengruppen und einer Krippengruppe in der Donaustraße schätzen wir die diesbezüglichen Erfolgsaussichten deutlich höher an. Ursächlich ist hierfür u. a. die andere Verteilung der von der gesamten Einrichtung genutzten Räumlichkeiten vom Eingangsbereich über Personaltoiletten, Personal- und Leitungsbüro, Ausgabeküche (hohe Vorgaben des Veterinäramtes) usw.. Bei einer Gruppenkonstellation von 2 + 1 würden diese Kosten umgelegt werden auf 51 Kinder, bei 1 + 1 lediglich auf 33 Kinder. Letzteres gilt sinngemäß für uns natürlich auch für die Kosten des Grundstückskaufs. Es ist schon ein erheblicher Unterschied, ob wir diese für eine Einrichtung mit 51 Kindern aufwenden oder einer mit 33 Kindern.

Wir würden uns freuen, wenn wir unser Vorhaben doch noch in der gewünschten Form umsetzen und auch weiterhin ein gutes und nachhaltiges Angebot für die Norder Kinder und ihre Eltern zur Verfügung stellen können.

Ihr

Klaus Heeren
Geschäftsführer